Altersvorsorge mit 20 – Warum früh starten so mächtig ist
Mit 20 Jahren liegt die Rente 47 Jahre entfernt. Das ist dein größter Vorteil überhaupt: Der Zinseszinseffekt hat fast ein halbes Jahrhundert Zeit. Wer jetzt startet, braucht weniger als halb so viel wie jemand, der mit 30 beginnt.
Was 100 € monatlich ab 20 wirklich bedeuten
Annahme: 7 % Rendite p.a. (historischer Durchschnitt globaler ETFs nominal), Rente mit 67:
| Startpunkt | Monatsbeitrag | Kapital mit 67 | Privatrente/Monat |
|---|---|---|---|
| Ab 20 | 100 €/Monat | ≈ 392.000 € | ≈ 1.307 €/Monat |
| Ab 20 | 200 €/Monat | ≈ 784.000 € | ≈ 2.613 €/Monat |
| Ab 30 | 200 €/Monat | ≈ 438.000 € | ≈ 1.460 €/Monat |
| Ab 20 | 50 €/Monat | ≈ 196.000 € | ≈ 653 €/Monat |
Brutto-Modellrechnung. 4%-Entnahmeregel für monatliche Rente. Keine Steuern oder Inflation berücksichtigt.
Die richtige Reihenfolge mit 20
1. Notgroschen aufbauen
3–6 Monatsgehälter auf Tagesgeld (aktuell 3–4 % p.a.). Nur dieser Puffer verhindert, dass du im Notfall Aktien zu schlechten Kursen verkaufen musst.
2. ETF-Sparplan starten
Depot bei Trade Republic, Scalable Capital oder ING eröffnen. MSCI World oder FTSE All-World ETF – TER 0,07–0,20 %, kein Mindestbeitrag, ab 1 € Sparplan möglich. Langfristig halten, nicht spekulieren.
3. Altersvorsorgedepot (ab 2026)
Das neue staatlich geförderte Depot: Beiträge bis 3.000 €/Jahr (250 €/Monat) als Sonderausgaben absetzbar. Bei 30 % Grenzsteuersatz = 900 € Steuerersparnis/Jahr. Kapital gebunden bis 62 – ideal für echte Altersvorsorge.
4. bAV mit AG-Zuschuss nutzen
Sobald du angestellt bist: Arbeitgeber-Zuschuss prüfen. Gesetzlich mind. 15 % – viele zahlen 20–50 %. Das ist sofortige Rendite obendrauf, noch bevor du investierst.
Typische Fehler mit 20
Häufige Fragen
Wie viel sollte ich mit 20 monatlich für die Altersvorsorge zurücklegen?
Als Faustregel gilt: 10 % des Nettoeinkommens. Bei 1.500 € netto (Berufseinsteiger) wären das 150 €/Monat. Wichtig: Erst einen Notgroschen von 3–6 Monatsgehältern aufbauen. Dann reichen schon 50–100 €/Monat per ETF-Sparplan, um mit Zinseszins bis 67 echtes Kapital aufzubauen. Wer mit 20 statt 30 startet, halbiert rechnerisch den benötigten Monatsbeitrag für dasselbe Ziel.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für 20-Jährige?
Ja – besonders für 20-Jährige, weil der Sonderausgabenabzug über 47 Jahre Ansparzeit eine enorme Hebelwirkung hat. Bis 3.000 €/Jahr (250 €/Monat) sind absetzbar. Nachteil: Kapital ist bis 62 gebunden. Wer Flexibilität braucht (Studium, Auslandsaufenthalt), kombiniert AVD (für den gebundenen Teil) mit einem freien ETF-Sparplan.
Was ist besser mit 20: Tagesgeld oder ETF-Sparplan?
ETF-Sparplan. Tagesgeld lohnt sich nur für den Notgroschen und kurz- bis mittelfristige Ziele (unter 5 Jahre). Für Geld, das du bis 30+ nicht brauchst, ist ein breit gestreuter ETF (MSCI World/ACWI) historisch deutlich besser: 7 % p.a. nominal vs. 3–4 % Tagesgeld – und Tagesgeld-Zinsen können jederzeit fallen.
Was passiert, wenn ich den ETF-Sparplan mal pausieren muss?
Kein Problem – ein Sparplan kann jederzeit pausiert, reduziert oder erhöht werden. Wichtiger als der genaue Betrag ist die Kontinuität. Wenn du 2 Jahre pausierst, fehlst du einen Teil des Zinseszinseffekts, aber der Großteil bleibt erhalten. Besser 50 €/Monat durchhalten als 200 € starten und dann aufgeben.